… ist doch das Dasein, wenn kein Kaffee im Hause ist. Jedoch immer noch besser, als hätte man einen Herrn mit Mörderdolch zum Nachbarn, der darüber hinaus auch noch einen Zweitschlüssel für die Wohnung hätte sowie große Freude daran, einen ins Jenseits zu befördern.
Hartwig Wennefelder - 10. Feb, 06:26
Ich war ja stets, das ist nicht zu verhehlen, mehr oder minder großer Verehrer des des (?) (huch!) ehedem bei der ausgesprochen ausgezeichneten Band
Silver Scooter tätigen Gitarristen und Sängers Scott Garred, der in den letzten Jahren als
Super XX Man und schließlich unter seinem
eigenen Namen sehr, sehr schöne Platten herausbrachte.
Um mich für den heutigen und weithin inspirationsfreien Tag hier ins doofe Internettagebuch etwas hineinwurschteln lassen zu können, hat der gute Mann mir den Gefallen getan, einen Demo-Blog o.s.ä. ins Leben zu rufen, in welchem eine handvoll unveröffentlichter Lieder ihren
Weg in die Öffentlichkeit finden können.
Und das ist schon super so!
Hartwig Wennefelder - 9. Feb, 19:36
Der heutige Tag war von vernünftiger Einteilung der Stunden geprägt: zunächst in der Herrgottsfrüh' zu Bachs Brandenburgischen Konzerten ein wenig hochkulturell die Zeit vertändeln, dann in aller Ruhe auf den Wochenmarkt schlendern, denn bekanntlich kauft der kluge Mann auf dem Wochenmarkt ein!
Hernach latschte ich ins Kontor, wo ich nur wenige Stunden verbrachte - wirklich wenige -, dann begab ich mich schnurstracks zurück ins Heim, wo ich auf den Heizungsmonteur wartete; er erschien mit lediglich anderthalbstündiger Verspätung.
Den Rest des Nachmittags verbrachte ich in der Küche, um ein Mahl für die Liebste zu bereiten. Zwar echauffierte ich mich zwischendurch kurzfristig ungemein über den eklen Brappes, der beim Schälen von Schwarzwurzeln die Hände und Armaturen verklebt, doch allgemein blieb die Stimmung milde. Pünktlich zur Heimkunft der Dame war das Menu servierbereit. Und so könnte meinetwegen jeder Tag dahingehen; wenngleich man dabei auch so wenig erlebt, daß sich bald nichts mehr niederzuschreiben lohnt, da man ja streng genommen nichts mehr erlebt.
Doch, auch das wäre schön!
Hartwig Wennefelder - 8. Feb, 20:33
Der Dackel Fridolin war ein vergeßlicher Hund. Stets entfiel ihm, wo vorn und hinten war, auch und vorrangig seinen wursthaften Körper betreffend. Mal trug er versehentlich keinen Hut, mal war er tagelang hungrig, da er zu essen vergaß. Ob er Herr und Gescherr hatte: Oftmals wußte er es schlicht und ergreifend nicht mehr. Schlappten die Ohren im Wind, ging es ihm erst wieder auf, daß er überhaupt welche hatte! Doch machte diese kleine Fehlstellung seiner Synapsen den guten Fridolin auch zu einem der umgänglichsten Hunde, die ihre Runden in der großen Stadt zu machen pflegten, denn naturgemäß vergaß er, wer seine Feinde waren, jeder Groll rauschte ihm durchs Hirnsieb, Animositäten kannte er keine bzw. er konnte sie sich eben einfach nicht merken! Ja, so war er, der Dackel Fridolin!
Hartwig Wennefelder - 7. Feb, 12:07
An einem Nachmittag betrat ich ein Geschäft für Trunk- und Rauchsucht sowie Lesematerial, schlicht: Kiosk.
Zwar kann nicht gesagt sein, daß niemand mich gerufen hätte, doch war das mir gleich, ich muß nicht allein sein, um eine Fahne zu rechtfertigen: Ein kleines Fläschchen klaren Schnaps zu erstehn, dies war mein Begehr.
Ein älterer Herr klimperte mit den Halbliterflaschen zu meiner Linken, und der Kioskverkäufer riet ihm: Nimm etwas, was Dich warm hält!
Ich schaltete schleunigst und sprach: Mich hält ein Oldesloer warm!
Der Gemischtwarenhändler griff hinter sich und erwiderte, während er das hochprozentige Genußmittel am Scanner vobeizog: Ich sag' immer: was Süßes, Bonsche!
Der offensichtlich schon lange Jahre im Zechwesen tätige Herr stellte eine Flasche Holsten auf den Tresen, nickte mir freundlich zu und deutete auf den Korn in meiner Hand: Stückchen Kuchen, nä? Stückchen Kuchen.
Frohgemut lief ich darob meinem nächsten Ziel entgegen.
Hartwig Wennefelder - 6. Feb, 12:37
Das Wetter in dieser Stadt der Freudlosigkeit ist am heutigen Montag
strahlend, da strahlt auch der Mensch. Mit dieser mitnichten erträglichen Einführung beginne ich also diesen Eintrag, der wiederum etwas wahrlich Erfreuliches zum Thema hat:

Mit diesem Beispielbild nämlich kündigte Max Müller heute eine Vier-LP-Box seiner Band Mutter an! Die ersten vier Langspielschaltplatten der Gruppe sind ja schon lange vergriffen; und zufällig hatte ich vor nicht allzu langer Zeit genau zu diesem Thema (oder war es die Frage nach einer Vinyl-Auflage von
"Europa gegen Amerika"?) eine Nachricht an Herrn Müller gesandt, die aber irgendwie im Online-Morast stecken geblieben war.
Es ist zwar letztlich doch eigenartig, daß man sich mit zunehmendem Alter auch noch in zunehmender Zahl unhandliche Vinyl-Boxen ins Regal zu stellen müssen meint, andererseits beruhigt es jedoch auch ungemein*.
* (sehr billige Rechtfertigung vor mir selbst)
Hartwig Wennefelder - 5. Feb, 12:11
Ich befürchte, daß es ja tatsächlich mal eine Fernsehsendung o.ä. mit diesem dreimal verflucht saublöden Namen gegeben hat, und ich werde diese Serie mit dieser ersten Folge auch wieder beenden und umbenennen, habe ich soeben bei der Niederschrift dieser Zeilen beschlossen. Mal schauen, worauf die Wahl bei der Neubetitelung fallen wird.
Doch zunächst eine provokant erscheinende These: Die lustigsten Menschen der Erde befinden sich u.a. in meinem Bekanntenkreis (ein Hinweis auf den möglichen neuen Titel befindet sich hier ganz in der Nähe!).
Und hier der Beweis. Um eine widerwärtige Plastiktütenfrikadellensorte paßgenau zu charakterisieren, sprach mein guter, alter Freund Julian Rossenbach den folgenden Satz:
"Nur Fett hat weniger Fleisch!" - es erheiterte mich sehr.
Hartwig Wennefelder - 4. Feb, 19:19
Ich möchte mich ja gar nicht über die Quarkhaftigkeit des Internets an sich äußern, möglicherweise hat es ja schon Leben gerettet und Lieben gezeitigt. Mag alles sein! Aber grundsätzlich ist es halt doch scheiße und frißt all die Zeit, die es dem Menschen bei der Erledigung der Alltäglichkeiten einsparen könnte, umgehend wieder auf.
Doch halt!, dies ist ja nicht das Thema.
Sondern:
Vor wirklich langer Zeit sah ich einen Bericht im Lokalfernsehen; ein glatzköpfiger Revierpolizist mit amtlichem Wanst trat seinen letzten Diensttag an und nahm seinen Hänfling von Nachfolger mit auf Streife. Es könnte beispielsweise ein Problemviertel von Marl oder Duisburg-West gewesen sein, das weiß ich selbstverständlich nicht mehr.
Lauthals plärrend wetzten freche Türkenbuben auf den durch nichts aus der Ruhe zu bringenden Ruhrpottcop zu: "Kaolin! Kaoli-hin!!"
Nun zu meinen Fragen, die sich durch Suchmaschinen nicht im geringsten beantworten lassen:
1. Hieß der scheidende Polizeibeamte wirklich 'Kaolin'?
2. Wurde sein Nachfolger "im Viertel" angenommen?
3. Wieso habe ich mir diesen Käse eigentlich gemerkt?
Hartwig Wennefelder - 3. Feb, 17:59