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    <title>So wankelmütig ist die Gunst des Volkes : Kommentare</title>
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    <dc:publisher>Hartwig Wennefelder</dc:publisher>
    <dc:creator>Hartwig Wennefelder</dc:creator>
    <dc:date>2022-04-26T09:36:12Z</dc:date>
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    <title>So wankelmütig ist die Gunst des Volkes</title>
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    <title>Absturz in vergangene Zeit</title>
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    <description>&lt;img width=&quot;400&quot; alt=&quot;haha1&quot; title=&quot;&quot; src=&quot;https://static.twoday.net/adenauerhut/images/haha1.jpg&quot; height=&quot;256&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziemlich genau wie bei dem von meinem alten Freund Pepe Blötschmann zu Papier geworfenen Herrn dort oben stieg bei mir die Laune, als das erste NOVOTNY TV-Konzert seit 22 Jahren in greifbare Nähe rückte. Im Rahmen des sonst mit eher weniger memorierenswerten Punkgruppen gespickten MIND THE GAP-Festivals sollte also endlich wieder die Einengung durch Bäume angeprangert werden.&lt;br /&gt;
Es war eine schiere Freude! Auch ein sehr interessantes Zeitloch von etwa drei Stunden zwischen dem Verlassen des Billstedter Kulturpalastes und das Stolpern ins Heim sowie unter dem üblichen Niveau des Verfassers dieser Zeilen liegendes, offenbar im Rahmen des Filmrisses erstandenes Gebäck im Gepäck (in etwa Billiglaugenbrezel) konnten den am nächsten Tag zusehends an Dominanz gewinnenden Pogo- und Saufnacken nicht entwerten. Und nun zurück in die Vernunft!</description>
    <dc:creator>Hartwig Wennefelder</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2022 Hartwig Wennefelder</dc:rights>
    <dc:date>2022-04-26T09:29:00Z</dc:date>
  </item>
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    <title>Eine fürchterliche Idee</title>
    <link>http://adenauerhut.twoday.net/stories/1022674403/</link>
    <description>Man muß sich seine Freuden im zusehends fortgeschritten sich gebenden Alter mit zäher Vernunft wählen. Vieles zeigt sich nämlich endlich in seiner naturgegebenen Schnödigkeit, so das hirnzersetzende Rave-Vergnügen in künstlichem Viertellicht, anderes zeigt sein wahres und somit als tödlich zu bezeichnendes Antlitz, beispielsweise Trunksucht oder Plattensammelei.&lt;br /&gt;
Die Speisung ist mir eine Freude. Die Speisung meiner selbst, um exakt zu seyn; ob Begleitung sich dazu gesellt, ist mir mittlerweile zweitrangig. Dabei habe ich nichts gegen Gesellschaft! Zwar verbringe ich grundsätzlich gern Lebenszeit in Eremitage, doch kommt wer auf die Idee, wiederum seine Lebenszeit für einige Stunden mit der meinen zu teilen, bin ich selten abgeneigt. &lt;br /&gt;
Wie dem auch sei: Aus diversen gesundheitlich grundierten Überlegungen (Gichtverdacht (gar Rheuma?), Wanstansatz) kam ich neulich auf die Idee, eine Fastenwoche einzulegen. Über das Büchlein &quot;Wie neugeboren durch Fasten&quot; des Ernährungsmoguls Hellmut (Hellmut mit zwei &quot;l&quot;, erfahrungsgemäß immer ein schlechtes Zeichen!) Lützner und seinen beherzt beknackten Schreib- und Befehlsstil sowie seine erkennbare, nahezu dämonische Besessenheit von &lt;i&gt;Einläufen&lt;/i&gt; als irgendwie Allheilmittel verliere ich hier mal nur wenig Worte. Außerdem geht es mir zuvörderst um die Selbstkasteiung, die ich mir durch die (mir noch immer zweifelhafte) Heilfastensidee auferlegte, ja antat! Dummerweise fiel nämlich in die Zeit der sog. Vorbereitungstage auf den Nahrungsverzicht nicht nur ein Spaziergang mit dem Genossen Fuchs, der uns wie zufällig an die Königsimbissstube &quot;Bei Schorsch&quot; trieb, wo der Mitwanderer einen Schaschlik verzehrte.&lt;br /&gt;
Nein, ausgerechnet an diesem Abend traf sich das ehemalige Mitbewohnertriumvirat &quot;Die drei Kleinen aus der Talstraße&quot;, bestehend aus J.K. Müller, C. Stoll und meiner Geschwätzigkeit zum Plaudern. Nach diversen Rückschlägen wegen Ruhetagen bzw. mangels Personal nicht geöffneten Etablissements ward das Restaurant Klinker in der Schlankreye ausgewählt.&lt;br /&gt;
Dort mußte ich nicht nur auf einen Blick in die Weinkarte verzichten, sondern vor allem mit ansehen, wie die Begleiter Kartoffel - Walnuss - Brot mit Kakaobutter &amp;amp; Olivenöl verzehrten, sich sodann ein Grilled Cheese Sandwich (das mit einem Zwiebeljus angegossen wurde!) teilten und sich hernach Pulpo auf grünem Gemüsecurry in die Kiemen schaufelten. Bzw natürlich &lt;i&gt;zwischen&lt;/i&gt; die Kiemen. &lt;br /&gt;
Selbstredend war&apos;s ein formidabler Abend, doch nun, an Tag 3 des kleinen Verzichtsexperimentes, an welchem sich weder Erlahmung des Leidensdrucks noch &quot;Festigung des rosigen Alkoholikergesichtes&quot; oder wie Herr Dr. Lützner das auch immer ausdrückt, sondern nur Ermattung, Konzentrationsschwäche, Schmerz in der Birne und Schmerz im Gelenkapparat, da denke ich mir: eine fürchterliche Idee, so eine Verzichtsidee. Und komme mir jetzt keiner mit &lt;i&gt;Geduld&lt;/i&gt;, kein Wicht, denn ausgesprochen gereizt bin ich auch!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Demnächst in dieser Geschichtensammlung: &lt;i&gt;Wie ich einmal im Restaurant Klinker sämtliche Gerichte von der Speisekarte bestellte&lt;/i&gt; - gleichgültig, ob allein oder in Begleitung!</description>
    <dc:creator>Hartwig Wennefelder</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2020 Hartwig Wennefelder</dc:rights>
    <dc:date>2020-02-19T13:11:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://adenauerhut.twoday.net/stories/1022673962/">
    <title>Guz ist tot</title>
    <link>http://adenauerhut.twoday.net/stories/1022673962/</link>
    <description>Den aus der Schweiz stammenden Musiker Guz alias Olifr Maurmann kannte ich kaum. Ich entsinne mich, vor etwa zwei Jahrzehnten in meiner Stammklause &quot;Mutter&quot; herumgesessen zu sein, und zwar vollkommen allein, und Guz saß auch dort, und zwar vollkommen allein. Vielleicht wartete er ja lediglich auf Carol von Rautenkranz oder so; wie der Abend für mich weiter ging, weiß ich selbstredend nicht mehr. Daß ich zu schüchtern und zu blöde war,mich auf zumindest ein Bier zu ihm zu setzen, das weiß ich hingegen.&lt;br /&gt;
Nun ist Guz tot. Er war nicht alt, zweiundfünfzig, er war kein Verächter der Todessehnsucht, sagen mir seine Texte. Seine Texte waren und sind und bleiben sehr gut.&lt;br /&gt;
Ich habe aus Faulheit soeben sein Lebenswerk auf youtube gesucht. Sogleich wurde mir ein &quot;Lied&quot; der &quot;Band&quot; Isolation Berlin vorgeschlagen. Dieser Vorschlag ist ein unsäglicher Tort an Guz und sein künstlerisches Schaffen. Die Gruppe &quot;Isolation Berlin&quot; dürfte zum Dümmsten und Eitelsten, zum Widerwärtigsten und Verachtenswertesten gehören, was diese beknackte Nation seit Kriegsende hervorgebracht hat. Es ist deren Unwerk so niederträchtig, so stinkend verlogen, so talentfrei, und es ist so unendlich deprimierend, daß die Aeronauten und Guz auch nur von einer Internet-Berechnung überhaupt in die Nähe dieses unsäglichen Schunds gerückt werden.&lt;br /&gt;
Also: Ehret Guz. Er kann nur ein guter Mensch gewesen sein.</description>
    <dc:creator>Hartwig Wennefelder</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2020 Hartwig Wennefelder</dc:rights>
    <dc:date>2020-02-03T12:22:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://adenauerhut.twoday.net/stories/1022668666/#1022668668">
    <title>Ich kenne den Film nicht und würde ihn wahrscheinlich auch nicht ansehen. Aber der...</title>
    <link>http://adenauerhut.twoday.net/stories/1022668666/#1022668668</link>
    <description>Ich kenne den Film nicht und würde ihn wahrscheinlich auch nicht ansehen. Aber der Bericht darüber gefällt mir. Ich selber bin natürlich ein alter Trottel und ich freue mich, wenn ich im Fernsehen alte Schinken wie &quot;die drei Tage des  Kondors&quot; oder &quot;Chinatown&quot; ansehen kann. Dabei denke ich dann, dass es doch interessant ist, wie früher Spannung erzeugt werden konnte.&lt;br /&gt;
Gegen Tarantino habe ich nichts. Beim ersten Mal &quot;Pulp Fiction&quot;, das ich vor 20 Jahren gesehen habe, fand ich überhaupt nichts dran. Aber jetzt vor kurzem in der Wiederholung konnte ich doch etwas damit anfangen.&lt;br /&gt;
Aber wenn schon Tarantino, dann &quot;From Dusk til Dawn&quot;. Diesen Film fand ich großartiger als alles andere, was ich von ihm gesehen habe. Naja, Kill Bill hat auch erst mehrmaliges Ansehen benötigt, bis ich mich damit anfreunden konnte.&lt;br /&gt;
Na gut, vielleicht werde ich mir den Film auch noch ansehen :)</description>
    <dc:creator>steppenhund</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2019 steppenhund</dc:rights>
    <dc:date>2019-08-25T10:17:33Z</dc:date>
  </item>
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    <title>Ich und der Cineasmus</title>
    <link>http://adenauerhut.twoday.net/stories/1022668666/</link>
    <description>Lange, lästig lange Jahre meines Lebens war ich pleite, da ich viel Zeit hatte. An einen Besuch im Lichtspielhaus war somit selten zu denken, und nun, da der Zaster ausreichend in die Kabache rollt, vertändelt &quot;man&quot; die Zeit mit weiterer Amassierung von Zahlungsmittel, oftmals leichthin &lt;i&gt;Lohnarbeit&lt;/i&gt; geheißen, womit keine Zeit für freizeitliche Vergnügungen bleibt!&lt;br /&gt;
Eine glatte Lüge. Selbstredend ist es mir auch in diesen trüben Zeiten gegeben, hin und wieder ein Kino aufzusuchen, allein, das aktuelle Filmangebot regelmäßig auf Sehenswertes zu durchforsten, ist kein Vorgang, der mir in Fleisch und Blut übergegangen wäre. Bedauerlich, denn so verpasse ich regelmäßig beispielsweise diese hochinteressante Klassikerserie im Metropolis, was ich hier zuvörderst hinschreibe, um sie in Zukunft möglicherweise nicht mehr zu verpassen.&lt;br /&gt;
Doch zum Punkt. Mehr be- als anempfohlen wurde mir das Anschauen von Q. Tarantinos neuem Werk &quot;Once Upon A Time In Hollywood&quot;; weswegen ich an sonnigem Nachmittag mit dem Genossen Gnill im eigentlich verhaßten Abaton-Kino verabredet war.&lt;br /&gt;
Ich war gewarnt worden vor epischer Länge, doch Eskapismus lebt schließlich davon, daß man ihn nicht in Fünfminutenfetzen genießt; er sollte durchaus mindestens stundenweise serviert werden. In diesem Falle wird man, erinnere ich mich recht, 163 Minuten in eine gewisse kalifornische Stadt im Jahre 1967 katapultiert. Abgehalfterte Fernsehserienschauspieler, &lt;i&gt;&quot;fucking Hippies&quot;&lt;/i&gt; an allen Straßenecken, sehr gute Autos, sehr gute Bierdosen, eine als &apos;ziemlich unaufgeregt&apos; zu bezeichnende Story. Dies sind fünf zentrale Punkte des Films, die durch des Regisseurs unverhohlene Liebe zum Detail und zum Kintopp im allgemeinen zu einem äußerst unterhaltsamen Werk verbunden werden. Wobei &lt;i&gt;zentrale Punkte&lt;/i&gt;, die &lt;i&gt;zu einem Werk verbunden&lt;/i&gt; werden, eine ziemliche Hanstwurstmetapher darstellen! Doch sei es darum! Zum Glück bin ich ja kein Filmkritiker, und Filmkritikenleser bin auch nicht, allenfalls lese ich nach dem Kinobesuch mal eine, um herauszufinden, welche filmhistorischen Anspielungen ich nicht verstanden habe, denn ein Cineast bin ich ja auch nicht. In seiner ansonsten recht klug erscheinenden Rezension des Filmes in der aktuellen Ausgabe von konkret bezeichnet Fritz Tietz die Hauptfiguren übrigens als &quot;Arschlöcher&quot;. Ein erstaunlich dummes Wort für eine Rezension und darüber hinaus eine erstaunliche Fehleinschätzung, da z.B. ich sowohl mit Rick Dalton (L. di Caprio) als auch mit Cliff Booth (B.Pitt) aber wirklich &lt;b&gt;umgehend&lt;/b&gt; in die nächstbeste Kneipe laufen würde, um dort am Tresen zu verweilen, bis man mich mit den Füßen nach vorne ins Freie befördern müßte!&lt;br /&gt;
Wie dem auch sei: Nach dem Abspann war ich mir mit meinem Begleiter einig, daß dieser gute Film gerne noch zwei weitere Stunden hätte dauern können; trotz Überlänge war von Länglichkeit keine Spur.&lt;br /&gt;
Kaum hatten wir das Kino verlassen, mußten wir uns an einem dieser typischen Cineastentypen vorbeischieben: Mittfünfziger mit schwarzer Brille in schwarzem Jackett, der in jovialer Allwissenheit vor zwei bis drei staunenden Zuhörer#innen die dümmsten und selbst für einen bekennenden Laien wie mich offensichtlichsten Gemeinplätze breittritt: &lt;i&gt;&quot;…am Schluß dann der Gewaltexzeß, wie man es von ihm kennt… naja, waren ein paar ganz nette Einfälle dabei…&quot;&lt;/i&gt; &lt;br /&gt;
Selbstverständlich äfften Herr Gnill und ich, kaum waren wir außer Hörweite, den degoutanten Volltrottel zeitgleich und wortgetreu nach.</description>
    <dc:creator>Hartwig Wennefelder</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2019 Hartwig Wennefelder</dc:rights>
    <dc:date>2019-08-25T08:14:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://adenauerhut.twoday.net/stories/1022666573/">
    <title>Schlechte Photos von gutem Essen (I)</title>
    <link>http://adenauerhut.twoday.net/stories/1022666573/</link>
    <description>Willkommen zur hochambitionierten neuen Serie, deren Titel mir schon seit nahezu Jahr &amp;amp; Tag im Geist herumspukt, da ja das Mobiltelephon, das meine Mutter mir aus irgendwelchen Gründen aufoktroyierte, eine zu wirklich minderwertigen Ergebnissen führende Kamera eingebaut hat!&lt;br /&gt;
Leider jedoch ist die Ambition zur Niederschrift von irgendwas irgendwo im niederen Nullerbereich zu finden, was mich höchstselbst dauert, da ich ja so mein ganzes Leben vergesse. Einst verschwand noch die eine Hälfte im Alkoholsumpf, die andere im Grau der Alltäglichkeit und Ereignislosigkeit, heute verschwimmt schlicht alles in der von fernöstlichen Zen-Meistern erlernte Hinwendung zum Jetzt, zum gegenwärtigen Augenblick.&lt;br /&gt;
Doch zurück in die Welt der Tatsachen. Im Rahmen einer qua Subvention recht prägnant bezahlten Assistenztätigkeit in einer Kulturinstitution verschlägt es mich derweil regelmäßig ins sonst einen weißen Fleck auf dem Stadtplan darstellende Hamburg-Winterhude. Dort befindet sich der &lt;a href=&quot;http://www.pizzasocialclub.de/&quot;&gt;Pizza Social Club&lt;/a&gt;, den ich umschweifslos stets &quot;Pizza Vista Social Club&quot; nenne. Ist das nicht naheliegend? Oder habe ich mal wieder eine anderweitige popkulturelle Referenz nicht verstanden? Bei meinem ersten Besuch des im nichtssagenden Chic bürgerlicher Viertel eingerichteten Restaurants setzten sich nach kurzer Zeit zwei abgrundtief abscheuerregende, quälend dumm daherschwadronierende typische Winterhudeschweinekühe am den Nebentisch. Solche von der Art, deren Großraumkraftwagen vom Gemahl mit Warentermingeschäften im Bereich Babyrobbenfelle und Schnellfeuerwaffen für Kinderarmeen finanziert werden. Ganz und gar verkommene Subjekte also, die sich zuerst lautstark über die zu kleine Schrift auf der Speisekarte beklagten und dann, als der freundliche Kellner sie über das Pizza-Angebot aufgeklärt hatte, allen Ernstes daherplärrten: &lt;i&gt;&quot;Ham Sie keine Tonno?!&quot;&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
Und dann auch noch glaubten, &lt;i&gt;sie&lt;/i&gt; seien hier diejenigen, die sich hier indigniert fühlen dürften. O Schlacke der Menschheit!&lt;br /&gt;
Als meine Pizza, wenn ich mich recht entsinne, hatte ich etwas Profanes wie Salami oder Salsiccia als Belag gewählt, herbeigebracht wurde, hatte ich ich mich an einen Tisch außer Hörweite der Ekelkasperinnen verzogen, was den Garçon erstaunte und ich mit &quot;Ich konnte das Geschwätz nicht mehr ertragen!&quot; kommentierte, woraufhin der gute Mann wissend lächelte. Die Pizza war ausgezeichnet!&lt;br /&gt;
Also zog es mich gestern erneut in den Mühlenkamp 29, wo ich mich in  gähnender Leere zum Lunch niederließ. Auch gut, so bleibt der Mann von Leutescheu unter sich! Ich wählte vorab die &lt;i&gt;burrata natural&lt;/i&gt;, die mit nichts mehr als Pfeffer, Meersalz, Olivenöl und ein wenig salatähnlichem Zierat daherkam. Wohlan, Sinnenreiz! Das Schöne an einer burrata ist ja, daß man eigentlich nichts weiter braucht außer den drei genannten Komponenten, wenn überhaupt. Und auch wenn ich weiß, daß ich mich zur Trüffelfrage schon ganz anders geäußert habe, ja daß es (im Rahmen eines &lt;b&gt;Jägermeisterfestivals&lt;/b&gt;, also der mit Sicherheit genußfremdesten Veranstaltung, die man sich vorstellen kann!) darüber gar nahezu zum ersten großen Schrader-Wennefelder-Schisma kam, so muß ich gestehen, daß mir die ebenfalls angebotene Variante &lt;i&gt;burrata truffle &lt;/i&gt; auch gefallen hätte. Wobei ja der Gastronom Ahlert sicherlich einwenden täte, es könne sich hierbei nur um Sommertrüffel und somit Augenwischerei handeln. Doch dazu mehr in zehn, zwanzig Jahren, wenn ich mich mit Thema mal eingehender beschäftigt habe.&lt;br /&gt;
Gestern fiel die Wahl auf die &lt;i&gt;pizza lardo&lt;/i&gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img width=&quot;300&quot; alt=&quot;pizzasocial&quot; title=&quot;&quot; src=&quot;https://static.twoday.net/adenauerhut/images/pizzasocial.jpg&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie man eventuell erkennen kann, haben wir es mit einem nach klassischem Pizzaofen aussehenden Hefeteig zu tun, mit den klassischen Pizzaofenmerkmalen wie beispielsweise schwarze Blasen am Rande. Der Teig ist überaus schmackhaft, keineswegs keksig, aber auch nicht neapolitanisch papierdünn und amorph. &lt;br /&gt;
Der Belag liest sich so: &quot;marinierter bauchspeck / crème fraîche / karamelisierte zwiebeln&quot;; der für die etwas moderner sich wähnende Speisekarte der Hochküche unabdingbare Schrägstrich zwischen den wenigen Komponenten eines Ganges ist nun also auch im eher alltäglichen Betrieb angekommen (wobei &quot;alltäglich&quot; bitte wertfrei zu lesen sey).&lt;br /&gt;
Und also? Leider waren die karamellisierten Zwiebeln so intensiv, daß der Lardo gar nicht mehr herauszuschmecken, geschweige denn, ob und wie er mariniert war. Darüberhinaus war das ganze Teigbauwerk völlig überölt, vielleicht durch das Zusammenspiel von Crème Fraîche&lt;br /&gt;
und Lardoschmelze? Selbstredend hat niemand Freude an fadem Fraß und trockenem Gaumen, aber dies war mir schlicht zu viel und geschmacklich zu entschieden auf einer, der brachial süßlichen Seite angesiedelt. Allenfalls dicke Scheiben Bacon hätten dies auszugleichen vermocht! Wobei sich ja allgemein die Frage stellt, ob so etwas trotz Fettgehalt ja recht Feinsinniges wie Lardo überhaupt auf eine Pizza gehört. Hierzu der Kollege Konopacka: &quot;Wenn man Fett mag! Why not!&quot; - wir bleiben an dieser Frage mal dran.&lt;br /&gt;
Auf dem Rückweg zur Arbeitsstätte stellte sich mir dann wiederum die Frage, ob ich nicht lieber in der traditionell daherkommenden Gaststätte &lt;i&gt;Bistro Gorgonzola&lt;/i&gt; eingekehrt wäre, doch beim Überfliegen der Speisekarte hatte ich gesehen, daß dort irgendein Müllmahl mit Pute angeboten wurde, und ihr wißt ja, dort, wo es Pute gibt, da lass Dich niemals nieder, dort fliehe flugs und nähere Dich der Restauration nicht wieder!</description>
    <dc:creator>Hartwig Wennefelder</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2019 Hartwig Wennefelder</dc:rights>
    <dc:date>2019-06-20T07:15:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://adenauerhut.twoday.net/stories/1022664634/">
    <title>Gedanken zur Bifana (II)</title>
    <link>http://adenauerhut.twoday.net/stories/1022664634/</link>
    <description>Erstens: Bisweilen pflege ich eine gewisse Maulfaulheit. Mein Konzept zum Silbensparen wird kontinuierlich ausgebaut.&lt;br /&gt;
Zweitens: Das schlechteste portugiesisch wirken sollende Café Hamburgs ist das Café Estrela am Neuen Kamp. Diese unrühmliche Auszeichnung hat sich die wurschtige Restauration vollkommen zu Recht folgendermaßen verdient:&lt;br /&gt;
Mit dem Musikant ALEXANDER betrat ich vor etwa einem halben Jahrzehnt die Räumlichkeiten; die Tafel bot ein &quot;Portugiesisches Schnitzelbrötchen&quot; feil, ein Wortgetüm von immerhin neun Silben! Ich garantiere, nein, ich stehe mit der Gesamtheit meines ganzen Namens dafür ein, daß der darauf folgende Bestellvorgang sich nicht aus Gründen der auf Kenntnisse der originären Kulinarik gründende Angeberei bzw. des Distinktionsgewinnes so abspielte, wie es nun geschah: &quot;Ich nehm &apos;ne Bifana, bitte!&quot; sprach ich zur Dame am Tresen. Die Dame glotzte.  Sie glotzte, als hätte ich gesagt: &quot;Guten Tach, ich habe einen Borgward Isabella gekauft und wollte mal fragen, ob Sie mir mit der Polsterung der Rückbank behilflich sein können!&quot;&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Bitte was&lt;/i&gt; ich denn wolle?&lt;br /&gt;
Da habe sicherlich wiederum ich geglotzt und etwas irritiert gesagt: &quot;Das ist ein portugiesisches Schnitzelbrötchen!&quot;&lt;br /&gt;
Womit ich doch wieder alle Silben hatte aussprechen müssen.&lt;br /&gt;
Nun, wie dem auch sei: Wenig später stellte sie mir einen Teller hin mit den keinen schnippischen Unterton verbergen wollenden Worten: &quot;Ein portugiesisches Schnitzelbrötchen.&quot;&lt;br /&gt;
Das war es allerdings mitnichten. Das Stück Fleisch war nämlich &lt;b&gt;paniert&lt;/b&gt;! An eine charakteristische pikante Sauce kann ich mich auch nicht erinnern. Dergleichen würde ich, mit Eisbergsalat und Plastikremoulade &quot;veredelt&quot;, vielleicht bei &apos;Dat Backhus&apos; oder ähnlichem Antibäcker vermuten, dort allerdings auch verschmähen.&lt;br /&gt;
Mißmutig aß ich das mißliche Mahl, indigniert von der abstrusen Unfreundlichkeit und der offensichtlich vollkommenen Unkenntnis des portugiesischen Schnitzelbrötchenwesens.&lt;br /&gt;
Der Begleiter beklagte sich über einen absolut unterdurchschnittlichen Galao, hernach verschwanden wir und sollten den Laden nie wieder wieder betreten!</description>
    <dc:creator>Hartwig Wennefelder</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2019 Hartwig Wennefelder</dc:rights>
    <dc:date>2019-04-15T15:13:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://adenauerhut.twoday.net/stories/1022664692/">
    <title>Das Schuldbier</title>
    <link>http://adenauerhut.twoday.net/stories/1022664692/</link>
    <description>Sich im Gestrüpp zu verheddern, das auf den kleinsten Nebenpfaden der Kulturindustrie geradezu unkontrolliert wuchtert, ja sich rhizomartig in alle Richtungen windet, das ist mir ein Anliegen.&lt;br /&gt;
Somit erfüllte &quot;ees&quot; (Horst Tomayer) mich mit warmer Freude, als der freundliche Luigi aus Bari, seineszeichens Betreiber der famosen Schallplatten- und Kassettenmanufaktur &lt;a href=&quot;http://www.underwaternow.com/&quot;&gt;Almost Halloween Records&lt;/a&gt;, wo nun wirklich &lt;i&gt;jede&lt;/i&gt; einzelne Tonträgerin ein vom Chef gestaltetes Kunstwerk und somit Grund genug für eine gesonderte Würdigung hier im Internettagebuch ist, doch dazu später im Jahrtausend, &quot;ees&quot; erfüllte mich also mit warmer Freude, als mir angeboten wurde, mit der Popgruppe Little Whirls zu einer Tribut-Kompilation für das, nunja: legendäre kalifornische Shrimper-Label beizutragen. In aller Kurzfristigkeit entschied man sich für ein Lied des Soloprojektes des Bassisten von Yo La Tengo, Dump. Dazu jedoch in angemessener Zukunft eventuell weitere Informationen.&lt;br /&gt;
&lt;img width=&quot;300&quot; alt=&quot;studio&quot; title=&quot;&quot; src=&quot;https://static.twoday.net/adenauerhut/images/studio.jpg&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Eisenharter Subotnik im Long Field&apos;s Studio: Drei Viertel Little Whirls&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach getaner &quot;Arbeit&quot; kam den zwei im Studio verbliebenen Bandmitgliedern das Motto &quot;Man kann ja wohl &lt;i&gt;einmal&lt;/i&gt; ein Bier trinken!&quot; in den Sinn, und so begab man sich ein weiteres Mal in die Obhut des fatal gut gelegenen &lt;a href=&quot;https://www.beyondbeer.de/&quot;&gt;Vertrauensbierladen&lt;/a&gt;. Wo es eben so kam, wie es sich &lt;i&gt;jeder&lt;/i&gt; im Vorhinein hätte vorstellen können, von den beiden Zechhanseln natürlich abgesehen. Zwei Stunden später nämlich waren sie dann beim lichtausknipsenden &quot;Mansueto&quot; der italienischen Brauerei CRAK. Ein guter Brauereiname, und der &lt;i&gt;barley wine&lt;/i&gt;, der, wie sich nachlesen läßt, &quot;invecchiati per 1 anno in botti di Whisky e 3 anni in botti di rum Caroni&quot; ist/wurde, animierte nicht nur zu zerfasertem Gefasel über Verkohlung als Küchentrend, das Pumpernickelbier setzte sich mit seinen zwölf Volt auch tief in den Synapsen ab.&lt;br /&gt;
&lt;img width=&quot;300&quot; alt=&quot;Schuldbier&quot; title=&quot;&quot; src=&quot;https://static.twoday.net/adenauerhut/images/Schuldbier.jpg&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Das empfehlenswerte Schuldbier.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fatal! Fatal deswegen, weil ich am folgenden Morgen in aller Herrgottsfrühe einen Termin wegen der Teilnahme an einer Patientenstudie zu einem Medikament gegen Schlafstörungen vereinbart hatte. Dergleichen Quatsch ist nämlich gut vergütet und sollte mir, so hatte ich es mir überlegt, gegen die sommerlochinduzierte finanzielle Klammheit zur Jahresmitte helfen.&lt;br /&gt;
Pünktlich um 8:30 fand ich mich also geringfügig verstrahlt in der entsprechenden Institution ein, las mich durch stoßweise Datenschutzerklärungen und Gedöns, um dann von einer Prüfärztin auf meine Tauglichkeit getestet zu werden. Ungut &quot;kam&quot; hier der qua Röhrchenpusten ermittelte Restalkoholgehalt von 0.045 ‰ &quot;an&quot;, was mich in Anbetracht der zweiten Null hinterm Komma doch erstaunte. Recht nachdrücklich wurde mir nahegelegt, daß dergleichen während der Studie noch bitte zu unterlassen sei usw. und ich im Anschluß durch einen Fragekatalog gezogen. Ob ich in letzter Zeit geplant hätte, durch einen Unfall zu sterben. Mit welchen der in einer &lt;i&gt;wirklich&lt;/i&gt; beeindruckend ausführlichen Liste aufgeführten&lt;br /&gt;
Rauschmitteln ich Kontakt gehabt hätte. Ob Freunde oder Verwandte meine Gedankengänge als &quot;ungewöhnlich&quot; bezeichnet hätten. Ob ich in den letzten zwölf Monaten (!) binnen einer Stunde (!!) drei alkoholische Getränke (!!!) schnell (!!!!) zu mir genommen hätte! Undsoweiter, undsofort. &lt;br /&gt;
Doch ich kürze ab: Zum Verhängnis wurde mir die vorangegangene Nacht, in der ich ja dank Biergenuß tief und pausenlos geschlafen hatte. Statt nämlich diese besagte hätte ich auf dem &quot;Schlaftagebuchhandy&quot; die letzten sieben Nächte bewerten müssen (und diese natürlich dramatisiert), was mir die Schlaftagebucherklärerin aber meines Erachtens so nicht mitgeteilt hat. Ich glaubte ohnehin, es sei nur so eine kleine Übung, mit der ich unter Beweis stellen sollte, daß ich zwischen &quot;schlecht&quot;, &quot;mäßig&quot; und &quot;gut&quot; zu unterscheiden weiß.&lt;br /&gt;
Nun, denkste: kurzerhand wurde mir mitgeteilt, daß ich studienungeeignet wäre! Weil ich zu lange und zu gut geschlafen hatte - &quot;wie gesagt, da fehlte nur ein Punkt, dann wären Sie geeignet gewesen&quot; - die Frau sagte nämlich immer &quot;wie gesagt&quot;, obwohl sie das noch gar nicht gesagt hatte. Ich bedauerte. Das Geld für diesen einen Termin soll ich aber, &quot;wie gesagt&quot;, noch bekommen. Ich begab mich heim und hätte mich augenblicklich wieder ins Bett legen können, da ich mich völlig übermüdet fühlte.</description>
    <dc:creator>Hartwig Wennefelder</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2019 Hartwig Wennefelder</dc:rights>
    <dc:date>2019-04-18T07:30:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://adenauerhut.twoday.net/stories/1022664551/">
    <title>Ben Bertrand &amp;amp; Jean D.L., Hörbar</title>
    <link>http://adenauerhut.twoday.net/stories/1022664551/</link>
    <description>Ich hatte Besuch von einem Manne, der mir berichtete, er habe sich Schuhe aus Yakleder gekauft. &lt;i&gt;&quot;Barfuß oder Yakschuh…&quot;&lt;/i&gt; erschallte es sogleich in der Imagination.&lt;br /&gt;
Da der Mann ein treusorgender Gatte ist, ging er nach dem Genuß einer Schale Vanillepudding am frühen Abend zu Bett, um die Angetraute um vier Uhr morgens ausgeschlafen im Kleinstwagen zum Hamburger Flughafen zu bringen. Eine lustige Vorstellung, denn der Mann ist ein Hüne und kann im rostigen Ford Ka zweifelsohne nur wie ein Clown sitzen. Weswegen ich ihn übrigens mit Franzbranntwein versorgen mußte, denn selbstredend litt er wegen der Winzkarosserie an schmerzhaften Rückenverspannungen!&lt;br /&gt;
Weil nun also alle zu tagheller Stunde bereits im Bette lagen, eierte ich alleine in die Schluchten der Stadt. Ziel war zunächst das &quot;Uebel und Gefährlich&quot;, wo Bela B. Felsenheimer aus seinem Debutroman las. Nicht ununterhaltsam, doch letztlich war der Laden zu menschenvoll,  sodaß ich mich fehl am Platze wähnte und von dannen schlich. Ziel war nun: die Hörbar, seit Äonen staubige Heimstatt wunderlicher Experimentalmusik. Nach meinem Dafürhalten hat keine Stadt hierzulande eine so winzige Interessentengemeinschaft für abwegige Töne, wie Hamburg sie hat. Was die Besuche in diesem Biotop für seltsam Wirkende immer ein wenig beklemmend macht, zumindest, wenn man gänzlich allein dort auftaucht und allenfalls ein paar Gesichter, selten aber Namen begrüßen kann.&lt;br /&gt;
Zwei belgische Künstler waren angekündigt. Ben Bertrand, ein sympathisch verpeilt wirkender Hornbrillenträger, hat vor kurzem auf Les Atelier Claus Records sein Debut-Album veröffentlicht - fünf Kompsitionen für die Baßklarinette und ein Sammelsurium an Effekten. Was sich äußerst interessant liest, klang sehr interessant - mit Elementen minimaler Klassik, neuer Musik und rein elektronisch wirkenden Tönen (die selbstredend effektiert gespielt waren), eröffnete Bertrand einen, ich sach das mal so blöde, Imaginationsraum, den zumindest ich so noch nicht betreten habe. Bis dann im letzten Stück Vocal-Samples auftauchten. Ich hasse Vocal-Samples im allgemeinen, hier allerdings handelte es sich um geflüsterte Frauenstimmen, die klangen, als solle ein besonders ekelhafter Dämon beschworen werden oder als wäre es geröcheltes Rückwärtsfranzösisch oder eine ernsthafte, bösartige Version des Dr. Schaitan aus der Drei-???-Folge &quot;Die singende Schlange&quot;. Eine völlig überflüssige Dreingabe, die auch noch eine der schönsten Kompositionen völlig ruinierte und mich nicht nur anwiderte, sondern wahrhaft ängstigte. Schade! &lt;br /&gt;
Am Plattenstand beäugte ich Bertrands LP &quot;Ngc 1999&quot;, die mit einem ziemlich schönen Siebdruckcover von slowboy versehen ist, las in den Linernotes etwas von &quot;Voices on Post Scriptum to Valentina Tereshkova&quot; und ließ das gute Stück liegen. Dergleichen kann ich nicht im Hause haben! Ausgesprochen bedauerlich.&lt;br /&gt;
Jean D.L. als Zweiter im Bunde bearbeitet eine Gitarre, wie man das als Noisetyp halt so macht. Binnen kürzester Zeit bewegte er sich von einem zu langsamen Bill Orcutt zu einem zu schnellen Loren Connors, von einem unfähigen John Fahey zu einem zu normalen Jandek und so fort - leider vollkommen unspezifisch und letztlich uninspiriert. Zum Schluß hin, als er mit Schraubenzieher und Milchschäumer zu Werke ging, wurde es allerdings noch mal recht schön und interessant. Dennoch war&apos;s leider nicht wirklich nachhaltig. Ich verschwand schnellstmöglich.</description>
    <dc:creator>Hartwig Wennefelder</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2019 Hartwig Wennefelder</dc:rights>
    <dc:date>2019-04-11T11:30:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://adenauerhut.twoday.net/stories/1022664396/">
    <title>Samstags ausgehen</title>
    <link>http://adenauerhut.twoday.net/stories/1022664396/</link>
    <description>Wie ich ja sehr oft betone, bleibe ich gerne daheim. Ist jedoch das kulturelle Angebot ausnahmsweise nicht sehr schlecht, verlasse ich die Kabache und werde zum Tier! So ähnlich könnte es beispielsweise am vergangenen Samstag vonstattengegangen sein, als mich der Musiker Aosuke aus der Wohnung klingelte, um mit mir zum Noisexistance-Festival &quot;auf Kampnagel&quot; sich zu begeben. Die interessante Frage, wieso man selbstverständlich &lt;i&gt;auf Kampnagel&lt;/i&gt; sagt, wurde hie und da schon gestellt, jedoch nie vernünftig beantwortet. &lt;br /&gt;
Der Abholer hatte zwei Dosen Fahrtbier in der Hand, es handelte sich um das leider exquisite IPA &quot;Steven Seagull&quot; der Sudden-Death-Brauerei aus Timmendorfer Strand. &quot;Leider&quot; deswegen, weil das empörend beschissene Design der Dosen uns wahrhaft erzürnte - die Produktnamen der ganzen Craft-Beer-Suppe sind ja weltweit schon lachhaft, aber wieso gibt es denn nur ca. zwei Brauereien ohne blinden Graphik-Designer? Hier übrigens die Namen dreier sehr guter Musiker, die sich mit Craft Beer beschäftigen und auskennen: Hellvete, C.Worth, Jandek! So!&lt;br /&gt;
Ziel der verfrühten Abfahrt war die von mir bereits überprüfte Pizzeria &lt;a href=&quot;http://pizzasocialclub.de/&quot;&gt;Pizza Social Club&lt;/a&gt; im Mühlenkamp. Schließlich galt es, sich vor dem zu erwartenden Zechnis ein wenig zu stärken. Oder gar: zu stärcken! &lt;br /&gt;
Als Hr. Aosuke und ich jedoch in der Tür der Gaststätte standen, informierte der (überaus freundliche) Kellner uns darüber, daß an diesem Abend geschlossene Gesellschaft sey, eines Geburtstags wegen. Davon ließen wir uns die Laune nicht eindellen, es stellte sich aber die Frage, was bitteschön das für Unmenschen sind, die an einem &lt;b&gt;Samstag&lt;/b&gt; für eine &lt;b&gt;verfluchte Geburtstagsfeier&lt;/b&gt; eine &lt;b&gt;vollständige Pizzeria&lt;/b&gt; mieten und somit für den gastrosophisch interessierten Feingeist komplett blockieren? Erwartungs- und naturgemäß waren auch wirklich nur Leute zu erblicken, die man umstandslos und guten Gewissens als komplette Arschlöcher charakterisieren durfte.&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Fortsetzung folgt.&lt;/i&gt;</description>
    <dc:creator>Hartwig Wennefelder</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2019 Hartwig Wennefelder</dc:rights>
    <dc:date>2019-04-01T06:59:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://adenauerhut.twoday.net/stories/1022664308/">
    <title>Drei Tatsachen</title>
    <link>http://adenauerhut.twoday.net/stories/1022664308/</link>
    <description>I)&lt;br /&gt;
Der Musiker Alex Zhang Hungtai hat eine neue Schallplatte veröffentlicht. Als ich dieser Tage im drogeninduzierten Delirium zu frühmorgendlicher Stunde in die Stammkneipe einschwirrte, spielte der Wirt sie ab; und die formidable Dröhnmusik wirkte psychoakustisch auf mich ein. Vorvorgestern präsentierte Huangtai &quot;Divine Weight&quot; im Hafenklang. Ich ging nicht hin, da ich einen Hipster-Alarm befürchtete, und was können Hipster nicht? Sie können nicht zwei Minuten schweigen, was bei dieser Musik ein Sakrileg ist, und darüber hinaus höre ich dergleichen ohnehin lieber in schlechter Gesellschaft, also meiner, in heimischer Kontemplation. Dennoch besuchte ich, um etwas über den zu erwartenden Befüllungsgrad des Konzertortes herauszufinden, die &quot;Veranstaltungsseite&quot; auf facebook. Dort erfuhr ich wenig, wohl aber, daß eine Person mit dem interessanten Namen &lt;i&gt;Happiest Donmoen&lt;/i&gt; verlautbaren ließ: &quot;Meine Familie und ich kauften 4 Tickets für diese Show. Leider ist einer meiner Söhne krank. Ich bin sehr traurig darüber, aber ich möchte nicht bereuen, dass ich die Tickets gekauft habe. Bitte kommentieren Sie, wenn Sie Tickets benötigen, die ich kontaktieren kann. Ich bin bereit, meine Tickets zu einem erschwinglichen Preis auszugeben. Vielen Dank&quot; - kaum zu glauben! &lt;br /&gt;
Ungleich bestaunenswerter jedoch der Hilferuf von &lt;i&gt;Oluwaloni Stoner Chase Yrn&lt;/i&gt;: &quot;😂😂😂😂😂😂 Ich werde nicht mehr an der Veranstaltung teilnehmen, da mein Sohn gesund war. Ich habe fünf digitale Tickets zum Verkauf erhalten. Wenn Sie einen Dank benötigen&quot; - die völlig besinnungslos eingesetzten Emotika so wie die &lt;i&gt;&quot;geniale temporale Begründungsstruktur&quot;&lt;/i&gt; (Musiker Aosuke) werfen ja nun schon die Frage auf, ob dergleichen von wahrscheinlich künstlicher &quot;Intelligenz&quot; entworfene Betrugsversuche nicht schlicht als eigene Literaturform anerkannt werden sollten.&lt;br /&gt;
Wie auch immer, ich blieb daheim, wo ich mit der Liebsten zwei kostspielige Biere austrank, die ich vordem im Bierfachgeschäft &lt;a href=&quot;https://www.beyondbeer.de/&quot;&gt;Beyond Beer&lt;/a&gt; erstanden hatte. Es ist, da bin ich mir ja im Glasklaren darüber, so eine Sache mit der Craftbeerhuberei. Auch zurechnungsfähige Menschen beklagen oder belustigen sich erbost darüber und kippen sich halsstarrig Jever in den Schlund, wie z.B. der Hamburger Trommelkünstler Martin Boeters, der jedoch auch mal allen Ernstes &lt;b&gt;Warsteiner&lt;/b&gt; im Kühlschrank hat! Allein, man muß sich ja nicht gemein machen mit den nach erfolgreichem Physikstudium aussehenden Bier-Experten-Heinis, die tagtäglich im Laden stehen und siegesgewiß fachsimpeln. Viemehr zieht man sich in eine wenig belebte Ecke des Ladens zurück, tauscht mit dem Musiker Aosuke eine von diesem aus Katalonien importierte Fuet gegen eine Folge der hyperinteressanten Mixtape-Reihe &quot;Zilveruitjes&quot; (was übrigens so viel wie &quot;Silberzwiebelchen&quot; heißt) des &lt;a href=&quot;http://www.ultraeczema.com&quot;&gt;Ultra Eczema&lt;/a&gt;-Labels aus Belgien sowie eine gut erhaltene Ausgabe von &quot;Die Pietisterey im Fischbein-Rocke&quot; von Luise Adelgunde Victorie Gottsched und plaudert über des anderen neu erwachte Leidenschaft für das Gun Club-Hören. Jeffrey Lee Pierce, Oberdandy des Schützenvereines, hatte sich bereits mit neunundzwanzig Jahren eine Leberzirrhose erarbeitet!&lt;br /&gt;
Was zu Tatsache&lt;br /&gt;
II)&lt;br /&gt;
führt: egal, wie viel Mühe wir uns geben, das schaffen wir als im vierzigsten Lebensjahr sich Befindende nicht mehr. Was wir auch anstellen, Jeffrey Lee Pierce war besser! Dafür ist er ja auch schon tot.&lt;br /&gt;
Und Tatsache III? Tatsache III habe ich vergessen. Nein, Tatsache &lt;br /&gt;
III)&lt;br /&gt;
ist mir soeben wieder eingefallen! Am heutigen Tage werde ich im Vorgarten Vergißmeinnicht aus dem Nachlaß von Gunter Gabriel pflanzen.</description>
    <dc:creator>Hartwig Wennefelder</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2019 Hartwig Wennefelder</dc:rights>
    <dc:date>2019-03-29T07:50:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://adenauerhut.twoday.net/stories/1022663579/">
    <title>Gedanken zur Bifana</title>
    <link>http://adenauerhut.twoday.net/stories/1022663579/</link>
    <description>Der Frühling birgt güldene Straßen. So daß ich den Wanderstab ergreife und hinausflaniere in die Stadt, doch nicht allzu weit. Autos und Menschen verderben mir das Dasein, nicht jedoch den Appetit. In meinem Alter verläßt man die Wohnung ohnehin nur noch, um sich irgendwo mit Nahrungsmitteln zu beschäftigen, denn: die Musik und somit alle Konzerte sind fade geworden; die durch Freundschaft verbundenen Menschen hingegen greise oder familiär gefesselt, weswegen auch der Kaschemmenbesuch nichts mehr bringt. Außer, man möchte sich in bester Gesellschaft (also der eigenen) gepflegt vollaufen lassen, doch auch das geht besser daheim. Wohlan!&lt;br /&gt;
Mein Ziel am gestrigen Tage war die &lt;i&gt;Pastelleria&lt;/i&gt; an der Grindelallee, die ich bereits am vergangenen Sonntag angesteuert hatte, doch wie nicht wenige portugiesische Cafés erlaubt man sich die gewisse Halsstarrigkeit, Sonntags Ruhetag zu haben. Eigentlich eine willkommen zu heißende Frechheit, doch auch, wie es der mir wenig später zufällig auf der Straße begegnende Wirt, Sänger und Klebekünstler Fynn Steiner bestätigte: eine Unsitte!&lt;br /&gt;
Angelockt hatte mich, wie die Überschrift möglicherweise nahelegen könnte, ein nachlässig hingeworfener Hinweis auf die Bifana. Dies traditionelle Schnitzelbrötchen wird von mir seit Jahren, ach was sag&apos; ich: Jahrzehnten aufmerksam beäugt bzw. verzehrt, wo immer sich die Möglichkeit bietet. Und diese Stadt bietet es in verschiedensten Qualitätsstufen, doch dazu ein anderes Mal.&lt;br /&gt;
Beherzt betrat ich das Café, es präsentiert sich in herkömmlicher Portugiesencafénüchternheit. &quot;Eine Bifana, bitte!&quot; sprach ich zu dem erwartungsfrohen Herrn am Tresen, woraufhin er die an einem der Tische Huhn mit Kartoffeln verspeisende Dame und offenbar Chefköchin aus ihrem Mahl reißen mußte. Dies tat mir leid, und ich befaßte mich eingehend mit dem Getränkeangebot im Kühlschrank: kein portugiesischer Kakao! Sehr wohl aber ein eiskaltes Sagres. Trotz der eigentlich auferlegten Abstinenz griff ich zu, woraufhin mir der freundliche Herr nahelegte, ich könne doch auch ein frisch gezapftes haben. Ausgezeichnet!&lt;br /&gt;
Nun jedoch mal zum Ziel dieser Ausführungen: Die in der &quot;Pastelleria&quot; servierte Bifana unterscheidet sich dahingehend von allen mir bis dato vorgesetzten dahingehend, daß das Fleisch geschnetzelt und in einer ausgesprochen würzigen Tomatensauce ins Brötchen geworfen wird. Dies sei, so erklärte mir die nicht minder freundliche Dame, die traditionelle Art Portos. Formidabel!&lt;br /&gt;
Derart versorgt saß ich also am Fenster, geblendet vom Stern und zwischendurch frappiert von der aus dem Radio plärrenden &quot;Musik&quot;, besonders erstaunte mich ob seiner formvollendeten Beschissenheit ein Barde, der etwas von &quot;Herz über Kopf&quot; in den Raum würgte, es handelte, wie ich später herausfand, um den Sänger Joris. Beim Teutates, wie wunderbar, daß es hier nicht um Musik geht.</description>
    <dc:creator>Hartwig Wennefelder</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2019 Hartwig Wennefelder</dc:rights>
    <dc:date>2019-02-28T08:52:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://adenauerhut.twoday.net/stories/1022662071/">
    <title>Zu Besuch im Haco</title>
    <link>http://adenauerhut.twoday.net/stories/1022662071/</link>
    <description>Es gehört ja durchaus zu den komplizierteren Angelegenheiten der Um-die-40-Seier, einen gemeinsamen Termin mit mehr als zwei Personen zu finden. Mithin unkompliziert gestaltet es sich bisweilen bei den Ex-Punks, schwieriger wird es da schon bei verelterten Pop-Heinis oder in der Erlebnisgastronomie Schuftenden - ersteres Segment hier repräsentiert von Knut &quot;Hansmaria Richter&quot; Stenert, zweiteres von mir selbst. Dritter im Bunde der Meistenszeithaber Deniz Jaspersen; und moderne Kommunikationsmittel ermöglichten dann doch allgemein zufriedenstellenden Terminfund. Selbstredend sagte der in diesem Falle Triebfederdarsteller S. wegen eingeschleppter Seuche ab, was Deniz J. nur mit &quot;Wir gehen alleine! Keine Widerrede!&quot; kommentierte. So gefällt der Mann mir, und was er nicht weiß: ich wäre sogar &lt;i&gt;ganz&lt;/i&gt; alleine gegangen, so wir ich einst, von allen Völlereifreunden im Stich gelassen, alleine ins Restaurant Vlet gegangen bin. Im übrigen tatsächlich &lt;i&gt;gegangen&lt;/i&gt;, da es für mich zum guten Ton gehört, vor und nach einem 170-Euro-Menü zu geizig für eine Kurzstreckenfahrkarte zu sein, aber das hat ja ideologische Gründe.&lt;br /&gt;
Nun! Pünktlich wie ein Maurer stand ich im Laden &quot;mitten in St. Pauli, also im Herzen Hamburgs&quot;, wie die Homepage des Ladens etwas hölzern prahlt (es geht aber noch klappriger: &quot;So leidenschaftlich der Ort, so emotional und intuitiv die Küche.&quot; - nunja, Werbetexter!).&lt;br /&gt;
Zufrühkommer Jaspersen hatte bereits Platz genommen, der freundliche Herr vom Sevice nahm mir den heruntergekommenen Parka ab und bot zunächst einen 2009er Moet mit Auster an. Sachten wir nicht nein, und mußten auch zugestehen, daß die 18,50 für das Glas nicht zu hochgestapelt waren. Austerntechnisch würde ich mich ja nicht zum Experten mogeln, beiweitem noch nicht, da fehlt mir noch etwa ein Dezennium Austernerfahrung - aber diese war nun wirklich mehr als zufriedenstellend. &lt;br /&gt;
Und zur Sache:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img width=&quot;300&quot; alt=&quot;rilette&quot; title=&quot;&quot; src=&quot;https://static.twoday.net/adenauerhut/images/rilette.jpeg&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
Als erster Gruß aus der Küche hausgemachtes Entenrillette auf knusprigem Graubrot. Irgendwie ja ein grobes Gericht und wahrlich, nicht unsalzig. Allerdings ein toller Kontrast zu Auster und Champagner und ein guter Start in den Abend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img width=&quot;300&quot; alt=&quot;bete&quot; title=&quot;&quot; src=&quot;https://static.twoday.net/adenauerhut/images/bete.jpg&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rote Bete in vier Variationen. Falls ich mich recht entsinne: auf Haferkeks (der leider langweilig war oder zu groß) als Gelee, rehydriert (sehr gut!), quasi als Praline mit Ziegenkäsefüllung (sehr fein) sowie als Creme in einer Frühlingsrolle (die Gewinnerin).&lt;br /&gt;
Nebenbei bemerkt hatte sich das sonst jedwedem Besäufnis keineswegs abgeneigte Duett dazu entschlossen, nur eine halbe Weinbegleitung zu bestellen. Da wir leider zum Glück doch sehr viel Privates zu verhandeln hatten, wurde auf eine Weinbegleitungsdokumentation kurzerhand verzichtet, am besten gefiel uns jedoch ein apulischer Rotwein. Namen sind Schall im Rausch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img width=&quot;300&quot; alt=&quot;blumenkohl&quot; title=&quot;&quot; src=&quot;https://static.twoday.net/adenauerhut/images/blumenkohl.jpg&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier wurde es sehr interessant: Eigelb, Kartoffel und Blumenkohl in de- und rekonstruierter Form, roh oder gepoppt (hierzu der schlichte * Begleiter: &quot;Schmeckt wie Pom-Bär!&quot;) (*&lt;i&gt;keine Sorge, wutentbrannte Gegendarstellung ist bereits in Arbeit!&lt;/i&gt;) - ein erlebsnisreicher Gang mit einer etwas zu winzig geratenen Portion Ossietra-Kaviar, die allerdings umgehend zu Spekulationen über die eigene berufliche Zukunft in einer alteingesessenen Kaviarmanufaktur führte. Allein, nicht sonderlich weit. Auch bemerkenswert: das (wahrscheinlich) zielführende, rücksichtslose Vermengen aller Komponenten zu einem Löffelklatsch verbot zumindest mir tatsächlich der Respekt vor der Mühe, die in den Einzelteilen steckte! Das gewöhnen wir uns auch noch ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img width=&quot;300&quot; alt=&quot;pastete&quot; title=&quot;&quot; src=&quot;https://static.twoday.net/adenauerhut/images/pastete.jpg&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als &quot;weihnachtlich&quot; angekündigte Rehpastete mit geräuchterter, eingelegter Aprikose. Ein vorzüglicher Gang, wobei die &quot;Weihnachtlichkeit&quot; der Pastete doch etwas zu zaghaft umgesetzt wurde; hier wäre mehr Gewürz tatsächlich mehr gewesen. Im übrigen &lt;br /&gt;
gilt das auch für die grandiose Aprikose, die zusammen mit der cremigen Pastete wirklich ein vollendetes Duett einging: beide Vertreter der Maßlosigkeit hätten sich ein zweites Stück Obst auf dem Teller gewünscht. Setzen, dennoch eins.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img width=&quot;300&quot; alt=&quot;marone&quot; title=&quot;&quot; src=&quot;https://static.twoday.net/adenauerhut/images/marone.jpg&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kann es sein, daß der Marone endlich die Aufmerksamkeit zuteil wird, die sie immer schon verdient hat? Wenig Worte seien gemacht: In Kombination mit scharf angebratenem Rosenkohl und einem am Boden versteckten Backpflaumengelee war diese Maronensuppe (schreibe niemals: &lt;i&gt;Süppchen&lt;/i&gt;, Barbar!) schlicht ein Schritt zum Glück. Sehr schön, danach waren alle zufrieden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img width=&quot;300&quot; alt=&quot;topi&quot; title=&quot;&quot; src=&quot;https://static.twoday.net/adenauerhut/images/topi.jpg&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann dies: Topinambur quasi als Ofenkartoffel im Einklang mit hausgemachter, geräucherter Butter. Der Begleiter schimpfte diesen Teller einen &apos;quatschigen&apos; Gang, ich daselbst bescheinigte der Knolle eine schlechte Handhabbarkeit, das Genestel und Gewurschtel beim Befreien des Fruchtfleisches aus der Schale war sicherlich äußerst unansehnlich, aber es hat ja niemand geguckt. Vor allem aber frage ich mich, wieso die Butter als &lt;i&gt;geräuchert&lt;/i&gt; angekündigt war - davon war nämlich leider rein gar nichts zu schmecken. Schade, ein vielversprechender Gang, der in seiner Schlichtheit sicherlich überzeugen hätte können, aber die Fragwürdigkeit seiner Einzelteile ließ dies nicht zu. Lediglich die Schnittlauchröllchen waren wirklich einwandfrei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img width=&quot;300&quot; alt=&quot;fisch&quot; title=&quot;&quot; src=&quot;https://static.twoday.net/adenauerhut/images/fisch.jpg&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folglich der Fisch. Der auf der Karte angekündigte Heilbutt war leider nicht eingeschwommen; was es als Ersatz gab, ist mir unverzeihlicher Weise entfallen. Als jemand, der jedoch gerade mal Aal von Bismarckhering unterscheiden kann, darf ich das allerdings. Ein versöhnlicher Gang mit beurre blanc, Jakobsmuschelmayonnaise, Chips von der Petersilienwurzel und ein wenig Grünzeug. Schön salzig, das ist wichtig zu später Stunde, und wirklich Freude bereitend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img width=&quot;300&quot; alt=&quot;bauch&quot; title=&quot;&quot; src=&quot;https://static.twoday.net/adenauerhut/images/bauch.jpg&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dies: die große Versöhnung. Sous vide gegarter Schweinebauch mit knackigem Grünkohl, einer grandios dichten Sauce und einem vielleicht etwas sparsam beigefügten Stückchen Birne. Ein Gedicht von krossen Hexametern, fetten Jamben und … oh, entschuldigt: Der Dollase war in mich gefahren! Oder irgend ein anderer Feuilleton-Trottel. Im Ernst - genau &lt;b&gt;so&lt;/b&gt; muß ein siebter Gang daher kommen, Vollendung und Plättung! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img width=&quot;300&quot; alt=&quot;flammeri&quot; title=&quot;&quot; src=&quot;https://static.twoday.net/adenauerhut/images/flammeri.jpg&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pre-Dessert: ein kleines Flammeri an geeistem und geraspelten Joghurt auf irgendeiner Waldbeere. Schon schön, wobei mir die Aufgabe des Joghurts eher als eine verwässernde Idee daherkam. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img width=&quot;300&quot; alt=&quot;merengue&quot; title=&quot;&quot; src=&quot;https://static.twoday.net/adenauerhut/images/merengue.jpg&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Abschluß eine Meringue von der Haselnuß mit einem Kern von Schwarzwurzelparfait und versteckter Preiselbeere. Zwei Liebhaber von Schwarzwurzel mußten jedoch die konstruktive Kritik abgeben, daß das zwar hervorragende Parfait zugunsten der auf so viel Zuspruch stoßenden Meringue ein wenig zu dick im Bauch derselben steckte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hernach die übliche Frage nach Kaffee. Blitzgescheit kontert der Begleiter mit der Frage nach einem Bier. Denn, und damit hat der Mann nunmal Recht: ein Kaffee nach dem Essen ist Quatsch. Man begibt sich dann gefälligst nach Hause, denkt über die Menufolge nach und geht schlafen. Man braucht keinen abschließenden Koffeinschock. Über einen Schnaps läßt sich reden, auch wenn er nur die Aufgabe hat, einen noch besoffener zu machen. Die hat das Bier ja schließlich auch! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des Bierglasaustrinkens - übrigens ein Störtebeker, wobei ich mich frage, was ausgerechnet dieses doch eher unspektakuläre Bier in so viele gastronomische Einrichtungen auch gehobenerer Art gebracht hat - wurde uns noch das fast vergessene allerletzte Tellerchen mit einer Schlehenpraline gebracht. Diese war nicht nur sehr köstlich, sie paßte interessanterweise auch sehr gut zum Bier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fazit sey: Ich fand es für das Gebotene ein wenig zu hochpreisig, den Service aber freundlich und zuvorkommend. Die in diesem Text stiefmütterlich behandelte Weinbegleitung war absolut tadellos. Unsereins besucht in naher Zukunft ohnehin erstmal noch die vielen weißen Flecken auf unserer Spachtellandkarte.</description>
    <dc:creator>Hartwig Wennefelder</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2018 Hartwig Wennefelder</dc:rights>
    <dc:date>2018-12-18T19:42:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://adenauerhut.twoday.net/stories/1022658404/">
    <title>Der Herr Trific im erdbeerfressenden Drachen</title>
    <link>http://adenauerhut.twoday.net/stories/1022658404/</link>
    <description>Eine erstaunliche Überschrift, doch in Gänze sinnvoll. Der &quot;Erdbeerfressende Drache&quot; ist die in den Räumlichkeiten des ehem. Juweliers momentan tätige Restauration, und bereits mehrfach betrachtete ich auf dem Wege zur Sklavenarbeit die Speisekarte und speicherte diese als &lt;i&gt;höchst interessant&lt;/i&gt; ab. Nun ist H. Wennefelder ein Mann der Tat, so wie einst Bismarck, und so nahm ich am gestrigen Tage, zur Essenszubereitung zu faul, die Liebste an die Hand und sprach: Gehe mit mir zum &lt;i&gt;Erdbeerfressenden Drachen&lt;/i&gt;!&lt;br /&gt;
Es empfing uns ein freundlicher Jüngling und wies darauf hin, daß Donnerstags stets &quot;Spieltag&quot; sei, mit sonderlichen Spezial-Ideen, heute: Der Chefkoch hat sich frei genommen, an seiner Statt steht der Trific in der Küche (und kocht, selbstredend).&lt;br /&gt;
Ein kurzer Blick auf die Menükarte vermittelte den Eindruck, daß zu bleiben sich lohnen könnte, bei drei Gängen pro Person kam der Sparfuchs auf je 35 Euro hinaus; pro Gang gab es drei bis vier Positionen zur Auswahl, was dem wankelmütigen Volke sehr gut gefiel.&lt;br /&gt;
Ich daselbst wählte zur Vorspeise &apos;Knusprige Zunge&apos;, hernach ein Backhendl, schlußendlich Friesisch Blue am Haferkeks.&lt;br /&gt;
Die Wartezeit verkürzte ein Grauburgunder vom Winzer Habichvergessen, der jedoch ausgezeichnet den Abend einläutete. Barbarenhaft, diese Namensvergessenheit!&lt;br /&gt;
Die knusprige Zunge präsentierte sich leider paniert, wobei sich &quot;leider&quot; selbstredend nur darauf bezieht, daß ich ja somit zwei panierte Gänge hintereinander zu essen hatte - hätte ich das gewußt, wäre mir zum Entree sicherlich das &lt;i&gt;Vitello Heilbutto&lt;/i&gt;, item Rosa Kalb mit geräucherter Heilbuttcreme und knusprigen Kapern oder so auf den Tisch gekommen, doch nun denn: bisweilen zahlt man halt für den selbst auferlegten Innereienzwang. &lt;br /&gt;
Der genannte Gang war ausgezeichnet - die Zunge zart wie ein Kalbsschnitzel, hochsensibel ausgebacken und mit exakt bißfesten Linsen sowie einer wirklich formvollendeten Malzbierreduktion dargeboten. Chapeau! Es kam die Frage auf, ob das Säubern des Tellers mit einer Brotscheibe gegen etwelche Tischregeln verstößt - bzw. kam sie eben nicht, es geschah einfach.&lt;br /&gt;
Das beste Backhendl aller Zeiten kam mir mal an einem phantastischen Sommertag in Innsbruck unter. Auch so eine Frage des Vertrauens, Geflügel allgemein, weswegen ich ja eigentlich gar keines mehr esse, und im Paniermehlmantel ohnehin. Hohe Ausbackkompetenz wurde ja schon oben konstatiert, und sie zeigte sich auch am Vogel. Ausgezeichnet! In der Salatschüssel präsentierte sich ein Gurkensalat, der sich mindestens mit jenem in der Veddeler Fischbraterei messen kann, ein halblauer Kartoffelsalat von Vorzüglichkeit sowie ein grüner Salat mit Kürbiskernöl. Und noch einer mit Sellerie oder so, der auch ausgezeichnet war. Es kam die Frage auf, ob das Abnagen des Hühnerbeines gegen etwelche Tischregeln verstößt, bzw. siehe oben. &lt;br /&gt;
Die Herzdame hatte sich, keine Experimente wagend, zum Hauptgericht ein geschmortes Schaufelstück mit Sellerie-Kartoffel-Pürree gewählt, auch hier war jede Komponente kompetent gefertigt, vom auf der Gabel zerfallenden Fleisch bis hin zum Jus mit Schalotten, und auch die Luftigkeit des Pürrees ließ nix zu wünschen übrig. Dennoch keimte in mir die Frage auf, ob Pürrees nicht in Siebeckscher oder gar Gremlizascher Grundsätzlichkeit abzulehnen sind: selbst in getrüffelter Variante kommen sie immer gemein, ja stopfend und kleinbürgerlich daher. Dennoch aß ich auch diesen Teller gerne leer.&lt;br /&gt;
Zum Abschluß präsentierte sich ein Friesisch Blue, der mir persönlich zu fest war, mit Haferkekskrümeln, von denen ich mir mehr gewünscht hätte und irgendeinem Senfkorngedöns; in der Kombination allerdings auch tadellos. Auch zum Dessert mußte ich auf dem Teller der Begleitung für tabula rasa sorgen, ein sehr solides Mousse au Chocolat mit eingelegten Quitten (die mir äußerst recht waren, ihr nicht). Vom Nachbartisch wurde ein dilettantisch mit Messer und Gabel halbblankgesäbeltes Hühnerbein abtransportiert, womit sich die obige Frage nun wirklich endgültig erledigt hätte, es sah grauenerregend aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fazit: Hätte ich mich bei der Vorspeise nicht verwählt, wäre ich noch zufriedener gewesen, jedoch auch auf die Malzbierrreduktion verzichten. Ein Dilemma. Vierte Möglichkeit im Hauptspeisensegment waren übrigens Föhrer Miesmuscheln, und wie es der Zufall so brachte, sandte der Genosse Buhmann aus dem Bistro Carmagnole die Depesche, daß die dort verzehrten Miesmuscheln &quot;überragend&quot; gewesen seien. Es bleibt also spannend und noch viel zu tun.</description>
    <dc:creator>Hartwig Wennefelder</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2018 Hartwig Wennefelder</dc:rights>
    <dc:date>2018-10-26T07:28:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://adenauerhut.twoday.net/stories/1022657373/">
    <title>Vom Schrecken der Nacht</title>
    <link>http://adenauerhut.twoday.net/stories/1022657373/</link>
    <description>Mich träumte, ich hätte eine Glatze, was den Träumenden weniger erstaunte als die Form des Haarausfalles; quasi ein in der Mitte sich verdickender und nach hinten bzw. vorn sich verjüngender &lt;i&gt;Anti-Iro&lt;/i&gt;. Darüber hinaus stand das Resthaar wirr in sämtliche Himmelsrichtungen. Das gesamte Erscheinungsbild der Kopfbedeckung wies auf jemanden hin, der völlig den Verstand verloren hat.&lt;br /&gt;
Dementsprechend habe ich seit dem Aufwachen in keinen Spiegel mehr geblickt!</description>
    <dc:creator>Hartwig Wennefelder</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2018 Hartwig Wennefelder</dc:rights>
    <dc:date>2018-10-03T13:29:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://adenauerhut.twoday.net/stories/1022655711/">
    <title>Tris der Schrecklichkeiten</title>
    <link>http://adenauerhut.twoday.net/stories/1022655711/</link>
    <description>Auf der Parkbank saß ein Herr und rauchte Zigarillo. Zu seinen Füßen stand eine Anderthalbliterflasche Coca Cola; hierzu stellte er ein beachtliches Maß an Selbstmitleid zur Schau.&lt;br /&gt;
Da dachte ich mir: eine Kombination von derartiger Beschissenheit muß man auch erstmal mit solcher Perfektion hinbekommen.</description>
    <dc:creator>Hartwig Wennefelder</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2018 Hartwig Wennefelder</dc:rights>
    <dc:date>2018-08-23T07:07:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://adenauerhut.twoday.net/stories/1022655530/">
    <title>Beweis der Hirnschmelze</title>
    <link>http://adenauerhut.twoday.net/stories/1022655530/</link>
    <description>Im Rahmen eines anspruchslosen Messejobs besuchte ich die sanitären Anlagen und wusch mir zunächst die Hände, sodann schritt ich zum Urinal. Derweil lief das Wasser aus dem Wasserhahn munter weiter. Und wie ich da so stand, hörte es nicht auf zu laufen. Ich wunderte mich über die seltsame Frequenz, in welcher der Wasserlaufabschaltmechanismus, der ja nun an den meisten öffentlichen Waschbecken installiert ist, vor sich hin lief. Ich zählte gar die Sekunden bis zum Versiegen des Wasserstrahles und begann mich über die Wasserverschwendung zu ärgern. &lt;br /&gt;
Bis es mir aufging, daß der Hahn per Hand wieder zuzudrehen war und niemand sonst außer mir für diese ärgerliche Episode im Laufe der Gestirnsgeschichte verantwortlich war!&lt;br /&gt;
Dumm, nicht wahr? Ich möchte es auf die dauerhafte Hitze schieben, die für eine Dürre im Synapsenfeld gesorgt hatte.</description>
    <dc:creator>Hartwig Wennefelder</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2018 Hartwig Wennefelder</dc:rights>
    <dc:date>2018-08-16T07:08:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://adenauerhut.twoday.net/stories/1022655403/">
    <title>Zu Besuch bei der Frittenfreude</title>
    <link>http://adenauerhut.twoday.net/stories/1022655403/</link>
    <description>Der Vorteil analoger Werbung sei hier mal aufgezählt: Der interessierte Werbezettelaufklauber faltet denselben und stopft ihn in die Manteltasche, dort verbleibt das Stück Papier und wird irgendwann wieder hervorgezogen. Nicht mit einem Taschenentleerer aus Hirschleder, wie ich ihn heute (für 89 €) in einem Schaufenster erblickte, doch mit einer gewissen Chance, daß das Beworbene sich einen Weg in die Tiefen der Synapsen gebahnt hat.&lt;br /&gt;
Kurzum, ein ziemlich halbes Jahr, nachdem mir besagter Flyer der &lt;a href=&quot;http://www.frittenfreu.de/&quot;&gt;Frittenfreude&lt;/a&gt; in die Hände geflattert war, besuchte ich also die &quot;neue&quot; Frittenschmiede in der Innenstadt. Glücklicherweise halte ich mich in diesem Gebiet der Hanselstadt ja niemals auf, und ebenso glücklicherweis achte ich ja nicht wirklich auf Inenneinrichtungen, denn dann wäre mir ja aufgefallen, daß es hier &lt;i&gt;sehr&lt;/i&gt; innenstädtisch aussieht, und auch wenn mir der &quot;ichwarneulichinbrooklynunddeswegenmußmeinburgerladenauchsoaussehen&quot;-Stil mittlerweile doch kreuzdonneröde vorkommt - ein wenig einladender als diese leicht bürohafte Anmutung finde ich das abgeranzte Gehabe schlußendlich doch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img width=&quot;300&quot; alt=&quot;IMG_20180813_125648&quot; title=&quot;&quot; src=&quot;https://static.twoday.net/adenauerhut/images/IMG_20180813_125648.jpg&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch bleiben wir beim Thema. Ich wählte &quot;FRITTEN LOVE AND PEAS&quot; mit Kichererbsen und Hummus und werde nun nicht als wie ein krankhafter Nörgelhans daherkommen und mich über den ubiquitären Wortspielzwang hermachen, der nach den Fahrrad- und Haarschneidegeschäften nun auch die Gastronomie heimsucht. Vielmehr machte ich mich frohgemut und von ausgeprägtem Hunger angespornt über die rasant servierte Pappschale her.&lt;br /&gt;
Und zwar: Die Pommes sind kompetent fritiert und gewürzt; die Kombination mit Kichererbsen ist famos, derdas Hummus einwandfrei und die Kombination aus allem so zwingend logisch, daß man sich fragt, wieso das überhaupt noch eine erwähnenswerte Neuerung ist. Für mich zumindest. Lediglich die drei Falafel-Kugeln, die ich mir für einen geringen Aufpreis aufstapeln ließ, weckten nicht allein Wohlbehagen; sie waren innerlich zu pappig, doch lang kein Grund, pampig zu werden!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenso wie dem irgendwo dort um die Ecke liegenden Laden, in dem ich vor gut zwei Jahren das bis dato beste Pastrami-Sandwich Hamburgs aß und dessen Namen ich dennoch vergessen habe, kann ich jedoch der Beziehung Wennefelder/Frittenfreude einen deutlichen Verbindungsnachteil durch die Lage in der Großen Bäckerstraße konstatieren. Doch warte man nur ab - sobald ich eine Anstellung im Parkhaus Große Reichenstraße ergattert habe bzw. endlich zum Bürgermeister Hamburgs gekürt worden bin, werde ich mich sicherlich auch noch durch den Rest der Speisekarte speisen.</description>
    <dc:creator>Hartwig Wennefelder</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2018 Hartwig Wennefelder</dc:rights>
    <dc:date>2018-08-13T14:16:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://adenauerhut.twoday.net/stories/1022655516/">
    <title>Von der Selbsterkenntnis</title>
    <link>http://adenauerhut.twoday.net/stories/1022655516/</link>
    <description>Fußläufig erreiche ich den wohl schlechtesten Supermarkt erdballweit und verzichte meist darauf, hineinzustiefeln, doch da ich zu retournierende Pfandflaschen nicht durch die halbe Stadt schleppen möchte, kann ich bisweilen nicht umhin, dem Saftladen doch einen Besuch abzustatten.&lt;br /&gt;
Fast immer ist einer der beiden Pfandautomaten außer Betrieb. So auch gestern. Da dachte ich bei mir: Bis hier hin und nicht weiter! DAS werde ich nun dokumentieren und öffentlich machen! Ein Pfandautomatenprotokoll muß her! &lt;br /&gt;
Doch kaum hatte ich das Telephon mit eingebauter Kamera gezückt, da stellte ich erschaudernd fest, daß ich auf dem besten Wege war, wegen Kleingeistigkeit denunziatorisch zu handeln. Umgehend verließ ich den Ort des Geschehens und schüttelte meinen Kopf wegen selbigem.</description>
    <dc:creator>Hartwig Wennefelder</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2018 Hartwig Wennefelder</dc:rights>
    <dc:date>2018-08-15T18:42:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://adenauerhut.twoday.net/stories/1022655177/">
    <title>The Flashing Astonishers</title>
    <link>http://adenauerhut.twoday.net/stories/1022655177/</link>
    <description>Kaum ein Mensch, der noch CDs hört, so weit ist es ja gekommen. Auch ich habe nur noch in der Küche ein entsprechendes Abspielgerät, erstaunlich, wie altmodisch es wirkt. Meine CDs habe ich noch nicht weggeworfen, sie stauben in der Abstellkammer ein. Gestern holte ich einen kleinen Stapel hervor, darunter &quot;On Involuntary Bliss&quot; der aus Syracuse stammenden Band The Flashing Astonishers. Ich konnte mich nur noch daran erinnern, daß ich das erste Lied &quot;Four Chords&quot; seinerzeit, also ca. 2002, formidabel gefunden habe. Es ist auch mal auf einer Mixkassette gelandet, allein, auf welcher bloß?&lt;br /&gt;
Während der Zubereitung eines Gulaschs aus veruntreutem - dies sei nur zur Karmarettung erwähnt -  Wildschweinrücken hörte ich das Album einmal durch, sie kam mir zunächst farbloser vor als dereinst. Wird sie nun das Schicksal so vieler CDs ereilen? Verstauben, erodieren, nach meinem Ableben in den Sondermüll gegeben werden? Wie es scheint, könnte ihr das erspart bleiben. Ich werde sie in Zukunft des öfteren &quot;auflegen&quot;, beispielsweise beim Abspülen. Ich werde über die Anschaffung eines Bügelbrettes nachdenken. Ich werde möglicherweise gar ein Bügelzimmer einrichten, wo ich der Einfachheit halber nur den portablen CD-Toaster aufstellen werde. Zusammen mit der CD &quot;To The South&quot; der seltsamen niederländischen oder belgischen LowFi-Kapelle PLOVER, die ich mittlerweile (nachdem ich sie für über zehn Jahre sogar gänzlich vergessen hatte) in der Vinylversion sogar auf meine discogs-Suchliste gesetzt habe, wird &quot;On Involuntary Bliss&quot; überleben. Die Farblosigkeit, die ich gestern noch gespürt habe, wird weichen, ich werde neue Lieblingslieder wählen und schlußendlich einen Bügelservice eröffnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachtrag: Wer sich für angenehm melodischen Shoegaze-Rock interessiert, bekommt die CD für nen Zwickel oder weniger an den entsprechenden Stellen des www.</description>
    <dc:creator>Hartwig Wennefelder</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2018 Hartwig Wennefelder</dc:rights>
    <dc:date>2018-08-08T19:19:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://adenauerhut.twoday.net/stories/1022655130/#1022655134">
    <title>Ja, da hätte ein Leerzeichen hingehört, das aber heutzutage gerne weggelassen wird;...</title>
    <link>http://adenauerhut.twoday.net/stories/1022655130/#1022655134</link>
    <description>Ja, da hätte ein Leerzeichen hingehört, das aber heutzutage gerne weggelassen wird; warum, entzieht sich meiner Kenntnis, vermutlich einfach deshalb, weil die Schreibenden keine ordentliche Ausbildung im Schreiben genossen haben.&lt;br /&gt;
KEIN Leerzeichen käme allerdings, wenn die weggelassene Fortführung  Teil des letzten Wortes wäre, z.B. &quot;Er verabschiedete sich mit Handschl...&quot;  [warum auch immer man hier den letzten Teil des Wortes weglassen wollen würde]. &lt;br /&gt;
Grüße nach Hamburg!</description>
    <dc:creator>iGing</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2018 iGing</dc:rights>
    <dc:date>2018-08-07T19:49:47Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://adenauerhut.twoday.net/stories/1022655130/">
    <title>Adenauerhut: Doch kein alter Hut?</title>
    <link>http://adenauerhut.twoday.net/stories/1022655130/</link>
    <description>Nur zum Beweis, daß ich mir grundsätzlich den größtmöglichen Umstand mache, habe ich soeben erst festgestellt, daß diese Plattform ja gar nicht wie von den twoday.net-Betreibern angekündigt in Offline-Tiefen versenkt wurde. Und zwar wenige Minuten, nachdem ich irgendwo anders endlich und widerwillig einen unansehnlichen Ersatz angelegt hatte, bei dem ich mir ständig dachte: Is&apos; aber häßlich!&lt;br /&gt;
Nun, wie auch immer. Die im Mai noch unabwendbar vor mir liegende Abschaltung meines Online-Tagebuches war mir natürlich auch eine nur zu liebe Ausrede, eine ganze Weile gar nichts zu schreiben, aber nun möchte ich alle Abwesenden herzlich Willkommen heißen, von neuem an meiner nebensächlichen Welt teilzuhaben. Ein besonderer Dank gilt Johannes Schardt, der es verabsäumte, mich auf die Möglichkeit einer nicht von Unterbrechung unterbrochenen Weiterführung dieses… ach, lassen wir das! Hätte vor die Ellipse nach &quot;dieses&quot; eigentlich ein Leerzeichen gehört?</description>
    <dc:creator>Hartwig Wennefelder</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2018 Hartwig Wennefelder</dc:rights>
    <dc:date>2018-08-07T17:40:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://adenauerhut.twoday.net/stories/1022651797/">
    <title>Umzug</title>
    <link>http://adenauerhut.twoday.net/stories/1022651797/</link>
    <description>Leider wird ja diese Plattform bald versenkt: twoday.net stellt den Betrieb ein und löscht sämtliche Inhalte.&lt;br /&gt;
Nun, mal sehen, ob ich die Texte in irgendeiner Form retten kann, und wer wissen möchte, ob und wo es weitergehen wird, kann sich ja an adenauerhut@web.de wenden. Informationen etwelcher Art werden dann in gewisser Zukunft gegeben werden!</description>
    <dc:creator>Hartwig Wennefelder</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2018 Hartwig Wennefelder</dc:rights>
    <dc:date>2018-05-27T12:44:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://adenauerhut.twoday.net/stories/1022651099/">
    <title>Kaltfront auf dem Hafengeburtstag</title>
    <link>http://adenauerhut.twoday.net/stories/1022651099/</link>
    <description>Durchaus eher zufällig kam mir zu Augen, daß die aus Dresden stammende Punkband Kaltfront auf der Jolly-Roger-Bühne im Rahmen der zweifelsfrei mittlerweile als verhaßte Maßnahme der Eventhuberei gelten müssende Kackveranstaltung &quot;Hafengeburtstag&quot; aufspielen täte. Grund genug für mich jedoch, aus einer Mischung aus Neugierde und Sentimentalität mal Richtung Hafenstraße zu eiern, und zwar im Verbund mit dem geschätzten Genossen Alex T., mit welchem ich am späten Nachmittag just pünktlich zum wohl unverschämtesten Linecheck aller Zeiten aufschlug: die als Hamburger &quot;Urpunk&quot; oder so angekündigte Band C3I (nun, wie macht man denn hier ohne größere Umstände diese Hoch-3-Drei?) schaffte es tatsächlich, qua im Viertelstundentakt abgehaltener Instrumententests, den Zeitplan radikal in Verzug zu bringen - ob das schlicht mißverstandene &quot;Professionalität&quot; war oder tatsächlich mit der Veranstaltung abgesprochen, sei mal dahingestellt und mir auch gleichgültig, ging uns aber doch gehörig auf die Nerven: wir sind auch alt und orientieren uns nunmal gerne an Zeitplänen, Punks!&lt;br /&gt;
CeeCubicEye erbarmten sich nach geraumer Zeit dann also zum Beginn, und zuvörderst der mit schweren Kopfhöreren und noch schwererer Tom-Behandlungs-Vorliebe ausgestattete Schlagzeuger ließen uns nach kurzer Zeit den Geschehensort wieder verlassen. Die ungute Idee, den Hafengeburtstag auch an seinen noch unangenehmeren neuralgischen Orten zu betrachten, erwies sich als nachgerade beschissen, als wir an der NDR-Bühne die von einer unsäglichen Top-40-Band dargebotene, mit Sicherheit leidenschaftsloseseste und allerschlechteste Version aller Zeiten des ohnehin schon überaus zweifelhaften Kings of Leon-Liedes &quot;Sex On Fire&quot; bestaunen durften. Daß zeitgleich zum ekelerregenden Auftritt dieser Pennercombo aus allen Rohren hupende Dampfer die Elbe herabglitten und die (Eigen-?)komposition &quot;Shut Up And Dance!&quot; in Grund und Boden posaunten, tat unserer Laune allerdings sehr gut.&lt;br /&gt;
Nun! Nachdem ich den Genossen bei seiner Barschicht im &quot;Grünen Jäger&quot; abgeliefert hatte, begab ich mich nach kurzem Umweg zum Altglascontainer wieder zurück zur Jolly-Bühne direkt beim &quot;Onkel Otto&quot;, wo ich noch das letzte Lied der Band Wirrsal miterleben durfte; deutschprachiger Crustpunk mit Kriegsbemalung: &quot;Voll auf die Fresse!&quot; - beachtlich. &lt;br /&gt;
Immerhin schaffte es die Kaltfront, Aufbau und Linecheck innerhalb verhältnismäßig kurzer Zeit zu absolvieren und den Abend nahezu in den Zeitplan zurückzuhieven.&lt;br /&gt;
Was soll ich sagen! Trotz des vor allem zu Beginn eher diskussionswürdigen Sounds stellten sich umgehend bei &quot;Von hier bis zur Ewigkeit&quot; und &quot;Tot wie Spielzeug&quot; vor Rührung meine Nackenhaare auf. Offenbar sind diese Lieder völlig unkaputtbar, und der &lt;i&gt;wirklich&lt;/i&gt; sehr gute neue Schlagzeuger tut dem ganzen keinen Abbruch. Überhaupt war dem Tonbrei zu entnehmen, daß die Band aktuell ausgesprochen ausgezeichnet ist; und die dezent zur Schau gestellte Arroganz des Sängers (der Ende der 80er schonmal dabei war, wobei ich nicht weiß, ob er z.B. auf dem &apos;Mini-Tape&apos; gesungen hat, vermutlich aber: nicht) gefiel mir sehr gut. Aber: hat der eigentlich die ganze Zeit Kaugummi gekaut? Der hat doch zwischendurch auch geraucht! Das ist doch bekanntlich in Verbindung wahnsinnig gesundheitsschädlich!&lt;br /&gt;
Wie auch immer: Daß ich die letzten Hamburgkonzerte der Band wegen Absenz oder schlichter Ignoranz immer verpaßt habe, kann man durchaus als ärgerlich bezeichnen. In Sachen melancholischer Punkrock ist die Kaltfront nämlich eine Ausnahmeerscheinung, und zwar weil es ihnen an Blasiertheit, Gespreiztheit, überkandidelter Theatralik und zur Schau gestellter Lappendepression fehlt. Vielmehr zeichnen sich die Texte durch eine gesunde Distanz aus, auch in den teilweise recht gnadenlosen Selbstbetrachtungen. Und auch musikalisch umgeht man dezent jedes Pathos.&lt;br /&gt;
Aber zum Glück ärgere ich mich ja nicht mehr. Auch nicht darüber, daß mir die haushaltsüblichen Punks und die mit Punkveranstaltungen einhergehenden Begleiterscheinungen mittlerweile genau so auf die Nerven gehen wie die herkömmlichen Besucherinnen und Besucher solcher Drecksereignisse wie dem Hafengeburtstag.&lt;br /&gt;
Kurzum, kurz nach dem letzten Ton der Kaltfront verließ ich beseelt den staubigen Ort des Geschehens und latschte vollkommen bierfrei nach Hause. Das sei hier nämlich nochmals betont: Dieser Samstag war unalkoholisch. Eigentlich schade.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Interessante Frage: Ist der &quot;neue&quot; Gitarrist Willi Löffler etwa der Neffe von Bassist Sonic Jörg?&lt;/i&gt;</description>
    <dc:creator>Hartwig Wennefelder</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2018 Hartwig Wennefelder</dc:rights>
    <dc:date>2018-05-14T06:00:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://adenauerhut.twoday.net/stories/1022650143/#1022650144">
    <title>Ich habe mir angewöhnt, bei handschriftlichen Notizen immer das Datum beizufügen....</title>
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    <description>Ich habe mir angewöhnt, bei handschriftlichen Notizen immer das Datum beizufügen. Das ist bei dem Wust an Informationen nicht unerheblich.</description>
    <dc:creator>Moonbrother</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2018 Moonbrother</dc:rights>
    <dc:date>2018-04-26T12:53:46Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://adenauerhut.twoday.net/stories/1022650143/">
    <title>Erstaunlich</title>
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    <description>&lt;img width=&quot;400&quot; alt=&quot;prim&quot; title=&quot;&quot; src=&quot;https://static.twoday.net/adenauerhut/images/prim.jpg&quot; height=&quot;352&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese erstaunliche Notiz fand ich. Sie dürfte etwa aus dem Jahre 1999 stammen, was darauf hinweist, daß ich in jungen Jahren wesentlich vernünftiger war bzw. auf das Wesentliche fokussiert!</description>
    <dc:creator>Hartwig Wennefelder</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2018 Hartwig Wennefelder</dc:rights>
    <dc:date>2018-04-26T12:46:00Z</dc:date>
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    <title>Von der guten Lektüre</title>
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    <description>Ich eilte aus dem Supermarkt heraus, in welchem ich spontan eine Batterie des in gutem Preis-Leistungs-Verhältnis stehenden Magenbitters Boonekamp erstanden hatte, und erblickte einen Herrn, dessen Zustand man guten Gewissens als &lt;i&gt;nicht mehr ganz taufrisch&lt;/i&gt; bezeichnen konnte. Er stand mit leicht gekrümmtem Rücken an der Einkaufswagenstation und betrachtete konzentriert ein Druckerzeugnis. Ein kurzer Blick genügte, um zu erkennen, was seine Lektüre war: das aktuelle Telefonbuch, das momentan allerorten feilgeboten wird; die riesigen Papierstapel schrumpfen ja mitnichten, und das aus guten Gründen. Ob der Herr eine bestimmte Nummer suchte, ob er chronologisch vorging oder schlicht mal wieder ein gutes Buch lesen wollte, ist ungewiß.&lt;br /&gt;
Besagte Situation sollte aber zunächst mal die allfälligen Diskussionen um Zeitgemäßigkeit eines Nummernverzeichniswälzers und Papierverschwendung verstummen lassen.</description>
    <dc:creator>Hartwig Wennefelder</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2018 Hartwig Wennefelder</dc:rights>
    <dc:date>2018-04-26T04:51:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://adenauerhut.twoday.net/stories/1022650112/">
    <title>Vom allein ins Kino gehen</title>
    <link>http://adenauerhut.twoday.net/stories/1022650112/</link>
    <description>Es gibt Dinge, die kann man teilen, man muß es aber nicht tun. Das Flanieren gehört dazu, ohne Begleitung wird daraus ein Aufräumen des Geistes, ein möglicherweise von sofortigem Löschen des Erkannten geprägtes Gehampel durch die Erkenntnis.&lt;br /&gt;
Es gibt wiederum Dinge, die allein zu tun keine Freude bereiten; hierzu gehört beispielsweise das Bereiten von Speisen - wobei: bereiten kann man sie ja in einsamer Kontemplation, nur sollte dann jemand da sein und die Freude des Aufessens teilen. &lt;br /&gt;
Nun, und so gibt es eben Tätigkeiten, deren Verrichtung ohne Begleitung die Vereinsamung vorantreiben, und es gibt eben welche, die dem Geist dienen. So zum Beispiel: Alleine ins Kino gehen, alleine dem Rausch frönen, alleine nichts tun, alleine essen gehen. Allesamt keine besonders gut beleumundeten Tätigkeiten, schnell gilt man der vom Geselligkeitszwang zerfurchten Außenwelt als Eigenbrötler und miesepetriger Schrat. Ein Humbug sondergleichen!&lt;br /&gt;
Ich für meinen Fall habe mir heute ohne Mitmenschen (und das ist nahezu wörtlich zu nehmen, im Lieblingskino saßen hiner mir ungefähr vier weitere Personen) den wunderschönen Endlebensfilm oder Lebensendfilm &quot;Lucky&quot; angeschaut, und die gleichnamige Hauptfigur war mir auf eigenartige Art und Weise nahe, möglicherweise auf eine Art, die sich nicht hätte einstellen können, wäre ich mit Begleitung ins Kino gegangen.&lt;br /&gt;
Harry Dean Stanton in seiner allerletzten Rolle ist unsagbar beeindruckend, schratig, einsam, ohne wirkliche Begleitung: und diese Figur hat in ihrer Todesverachtung und tiefen Seelenruhe einen wirklich tiefen Eindruck auf mich, den einsamen Cineasten (pfff…) hinterlassen. &lt;br /&gt;
Nee, mal im Ernst: Schaut Euch diesen Film an. Und zwar am besten allein, denn allein lacht und weint es sich doch auch recht gut.</description>
    <dc:creator>Hartwig Wennefelder</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2018 Hartwig Wennefelder</dc:rights>
    <dc:date>2018-04-25T18:14:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://adenauerhut.twoday.net/stories/1022650049/">
    <title>Vom widerwärtigen Vokabular</title>
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    <description>Sollte ich mich nicht auf ganzer Linie irren oder gar dem latenten Wahnsinn anheim gefallen sein, sah ich heute vor einer Filiale der grundsätzlich entsetzlich schlechten &quot;Bäckerei&quot;-Kette &lt;i&gt;nur hier&lt;/i&gt; einen Aufsteller stehen, auf dem ein sogenannter &quot;Schlemmerbüdel&quot; angepriesen ward. Gar ein &quot;Schlemmerbüdel Italia&quot;, weil Mozzarella-Ähnliches verbacken worden war.&lt;br /&gt;
Nun, liebe Öffentlichkeitsarbeitszuständigen! Das ist ja toll. Nein, das ist ja zum Kotzen! Als reichte es nicht, daß die Backwaren allesamt Schauderwaren sind, müßt ihr auch noch nebst dem Teig das Wort zu Tode quälen! Ein Ratschlag meinerseits: Bietet doch zukünftig das &quot;Schmausepäckchen&quot; an, womöglich gar gleich das &quot;Schmausepäckchen Asia&quot;, und jeder Mensch, der noch ein Restlein Menschlichkeit in sich trägt, wird niemals und nimmer mehr einen Fuß über Eure Drecksschwelle setzen, ernsthaft mal.</description>
    <dc:creator>Hartwig Wennefelder</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2018 Hartwig Wennefelder</dc:rights>
    <dc:date>2018-04-24T19:52:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://adenauerhut.twoday.net/stories/1022649600/">
    <title>O wie lachhaft</title>
    <link>http://adenauerhut.twoday.net/stories/1022649600/</link>
    <description>Folgende Problematik ergab sich: Ich lag im Bette, der Tag brach soeben und unaufhaltsam heran. Ein Schlüssel drehte sich in der Wohnungstüre und jemand rumpelte im Flur; ich erwartete niemanden! Ich rief ins Leere und stellte fest, daß ich gänzlich gelähmt war. Panik erfaßte mich. Unangenehm berührt erwachte ich aus dem beknackt realistischen Traum unter verängstigtem Gejaul - kein Mensch in der Nähe, selbstredend, und auch die Motorik funktionierte nach wie vor einwandfrei. &lt;br /&gt;
So lag ich nun da, betrachtete, wie die &apos;blaue Stunde&apos; hinter dem weißen Vorhang zu einer weißen Stunde sich erhellte, bis schließlich der Tag in vollem Licht stand und in ihm die Lächerlichkeit der eigenen Existenz wie eine wirklich schlechte Skulptur.</description>
    <dc:creator>Hartwig Wennefelder</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2018 Hartwig Wennefelder</dc:rights>
    <dc:date>2018-04-16T13:03:00Z</dc:date>
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   <title>find</title>
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